Skonto Rechner: Skonto ziehen oder Zahlungsziel nutzen?
Dieser Skonto-Rechner hilft Ihnen, Skontoangebote professionell zu bewerten: Zahlbetrag nach Skonto, Cash-Ersparnis, effektiver Jahreszins des Skonto-Verzichts und Vergleich mit Kontokorrent/Finanzierung – inklusive Brutto/Netto und Umsatzsteuer.
Wann lohnt es sich, Skonto zu ziehen?
Skonto lohnt sich häufig, weil kurze Zahlungsfristen bei wenigen Prozent Nachlass rechnerisch einem sehr hohen effektiven Jahreszins entsprechen. Entscheidender als der „schöne Rabatt“ ist daher die Frage: Welche Alternative kostet Sie weniger – Skonto nutzen oder Liquidität anders finanzieren?
- Skonto nutzen, wenn der effektive Skonto-Jahreszins über Ihrem Vergleichszins liegt (z. B. Kontokorrent, interne Kapitalkosten).
- Zahlungsziel nutzen, wenn Ihr Vergleichszins höher ist oder wenn das Zahlungsziel strategisch wichtiger ist (Cashflow, Working Capital).
Formel: effektiver Jahreszins beim Skonto (Skonto-Verzicht)
Der Skonto-Verzicht entspricht einem „Kredit“ des Lieferanten über den Zeitraum zwischen Skontofrist und Zahlungsziel. Die Standardformel lautet:
Weil die Frist oft nur wenige Tage beträgt, ist der hochgerechnete Effektivzins meist sehr hoch – das ist normal und genau der Kern der Skonto-Entscheidung.
Beispielrechnung (typische Konditionen)
Beispiel: 2% Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, Zahlungsziel 30 Tage. Kreditzeitraum = 20 Tage. Effektivzins (360 Tage) = (2 / 98) × (360 / 20) × 100 ≈ 36,73%.
Wenn Ihr Kontokorrent (oder interne Kapitalkosten) deutlich unter ~36,7% p.a. liegt, ist Skonto wirtschaftlich meist sinnvoll.
Brutto, Netto und Umsatzsteuer: worauf bezieht sich Skonto?
In Deutschland wird Skonto in der Praxis in der Regel auf den Bruttorechnungsbetrag angewendet – die Umsatzsteuer wird dabei anteilig gemindert. Dieser Rechner zeigt daher zusätzlich die Netto-/USt-Anteile (auf Basis des von Ihnen eingegebenen USt-Satzes).
Hinweis: Steuerliche/ buchhalterische Behandlung kann je nach Einzelfall variieren. Im Zweifel mit Steuerberatung abstimmen.
Praktische Tipps (2026): Skonto als Teil der Liquiditätssteuerung
Für ein sauberes Working-Capital-Management betrachten viele Unternehmen Skonto nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Zahlungsverkehr, Kreditlinie und Einkaufskonditionen. Nutzen Sie den Effektivzins als objektiven Vergleichsmaßstab – und verhandeln Sie Konditionen, die zu Ihrem Cashflow passen.
- Vergleichen: Effektivzins vs. Kontokorrent/Factoring/Skontokredit.
- Standardisieren: klare Regeln (ab welchem Effektivzins wird Skonto gezogen?).
- Automatisieren: Zahlungsfreigabe/Skontofristen im ERP/Banking so konfigurieren, dass Skonto nicht „verpasst“ wird.
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